szmmctag

  • Falscher Fuchziger

    Nicht erst seit der aktuellen Griechenland-Krise, die ja beileibe nicht die letzte ist, stellt sich für besorgte EU Bürger die bange Frage:

    Was wird aus meinem Geld? Was wird aus unserem Euro? 
    Die Bedenken sind berechtigt.

    Herr Ösi will und kann nicht warten, bis der Euro vollständig kippt und die Währung total wertlos geworden ist. Deshalb hat er Nägel mit Köpfen geschaffen und seine eigene Währung kreiert ... den ÖSI.

    Das neue Geld ist so konzipiert, dass es EU weit in wenigen Tagen eingesetzt und den ungeliebten EURO ablösen und ersetzten kann. Die überfällige Währungsreform kann also unverzüglich beginnen.

    Stilistisch ähnelt der ÖSI dem EURO, die Änderungen wurden behutsam durchgeführt, was für Millionen von EU Bürgern den Vorteil hat, sich nicht wieder auf ein gänzlich unbekanntes Zahlungsmittel einstellen zu müssen. Ein gewisser Wiedererkennungseffekt stellt sich sofort ein und - besonders wichtig - die neuen ÖSI Scheine werden von allen Bankomaten und ähnlichen Apparaturen erkannt und akzeptiert.

    Beachte: Die Rückseite der ÖSI Scheine wird aus Kostengründen vorerst nicht bedruckt und kann somit als Einkaufszettel, als Spickzettel für Schüler, als Ort für wichtige Notizen, zum Aufschreiben von Passwörtern oder für zwanglose Kritzeleien verwendet werden.

    Den Zentralbanken der einzelnen EU Länder wird, selbstverständlich und nur in Absprache mit Herrn Ösi und noch selbstverständlicher gegen Zahlung einer Gebühr, gestattet, eigene ÖSI zu emittieren, sofern wesentliche Designmuster, auf die nicht näher eingegangen werden muss, respektiert und nicht verletzt werden. Interessierte Zentralbankster der einzelnen Notenbanken werden gebeten, sich bezüglich der Lizenzvergabe diskret an den oesiblog, Chiffre "Wir wollen den neuen ÖSI", zu wenden.

    50 Ösi Schein

    Die Vorteile der Währungsreform:

    Der Umrechnungsfaktor von EURO zu ÖSI ist 1.
    Ein EURO ist gleich ein ÖSI. 50 EURO sind demnach 50 ÖSI.

    Da lacht das Herz eines jeden überzeugten Europäers. So einen Umrechnungsfaktor hätten wir uns schon bei der Einführung des EURO gewünscht. Keine mühselige Rechnerei. Taschenrechner ade! Er landet dort, wo er hingehört: auf dem Müllhaufen der Geschichte.

    Der ÖSI ist wertstabil. Die Wirtschaftskraft eines Landes ist beim ÖSI von nachrangiger Bedeutung, oder genau gesagt, ohne jegliche Bedeutung. Griechenland stellt somit keine Gefahr für den ÖSI dar, im Gegenteil, die Hellenen bereichern ihn, egal, was immer sie in nächster Zeit vorhaben oder auch nicht. Selbst ein Land wie Burundi erwägt, den gewohnten Franc aufzugeben und dem ÖSI beizutreten.

    Der ÖSI befreit Europa, all seine Menschen und den Rest der Welt von der Diktatur des Geldes!

    Die große ÖSI-Umtauschaktion:

    Treuen Leserinnen und Lesern bietet der oesiblog jetzt den Umtausch von wertlosen EURO in stabile ÖSI, im Verhältnis 1 zu 2.
    Das bedeutet: Für 50 EURO gibt es aktuell 100 ÖSI.
    Die super Umtauschaktion nur so lange der Vorrat reicht.

    Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie auf keinen Fall Ihren Bankster oder Apotheker.

  • PDGÖDA

    Herr Ösi traute Augen und Ohren nicht. Auf dem Nürnberger Hauptmarkt wurde er kürzlich Zeuge einer Demonstration. 

    Aufgerufen zur Kundgebung hatte die neue Gruppierung PDGÖDA, sprich: Pedegöda, also "Patriotische Deutsche gegen die Ösifizierung des Abendlandes". Ihm stockte der Atem.

    Mit Trillerpfeifen, Spruchbändern und Lautsprechern ausgerüstet, ging es den Demonstranten um die "sogenannte" und von Mutti stets propagierte Westliche Wertegesellschaft, allem voran aber um die Deutsche Favoritenrolle in Europa, die, so war es den Parolen zu entnehmen, vom südöstlichen Nachbarn - warum auch immer - zunehmend in Frage gestellt wird.

    Blödsinn, dachte Herr Ösi, wer kann und vor allem wer will sich denn schon mit den mächtigen Deutschen mästen messen? Ösiland bestimmt nicht.

    Er behielt seine Gedanken für sich und vermied es, mit den Umstehenden ins Gespräch zu kommen. Klar, er hätte nur unnötig seine Herkunft verraten.

    Die mittelgroße Kundgebung, bestehend aus 3 1/2 Demonstranten, wurde zunehmend selbstbewusster, aber glücklicherweise von einem Aufgebot der Polizei auf Schritt und Tritt überwacht.

    Wie kommt es, dachte Herr Ösi, dass eine sooo große und mächtige Nation wie die der Deutschen um ihre Vormachtstellung bangt und sich von einem sooo kleinen Land, welches gerade mal 1 Zehntel der Einwohner besitzt, bedroht und herausgefordert fühlt?

    Sind es etwa die alpenländischen Rituale, die dem Deutschen seine Identität rauben und ihn in seinem Brauchtum einschränken?

    Er dachte nach. Nun ja, vielleicht war die Angst vor den übermächtigen Alpenländern nicht ganz unbegründet.

    Begeben wir uns zum Beispiel ins Reich der Musik, müssen wir erkennen, dass der Ösiländer bis zum heutigen Tag die Welt musikalisch dominiert. Dabei spannen wir den Bogen von Mozart über Bruckner, Czerny, Gulda, Haydn, Lehar, Liszt, Schönberg, Schubert, diverse Sträuße bis hin zu Ziehrer, um nur die Bekanntesten ihres Fachs zu nennen.

    Die Aufzählung der zeitgenössischen Musiker ersparen wir uns an dieser Stelle und verweisen aufs Digital- bzw. Internetradio. Unbedingt nennen müssen wir den kürzlich verstorbenen Nationalökonomen Udo Jürgens. Hätte man seine Liedertexte richtig interpretiert, der Wein wäre heute Griechenlands Exportschlager Nummer 1 und das marode Land längst saniert. Wie sehr Ösiland den globalen Musikmarkt aufmischt beweist nicht zuletzt Conchita W., die/der den bis dato bestehenden Unterschied zwischen Männlein und Weibchen komplett auflöst.

    In Deutschland hingegen gab es die 3 großen B's, also Bach, Brahms und Beethoven, wobei die beiden letztgenannten ihre letzten Lebensjahre - warum auch immer - in Wien verbrachten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Bezüglich zeitgenössischer Musiker sieht es eher düster aus. Als da hätten wir D. Bohlen, ein eher abgehalfterter Musiker, der im Hauptjob als pöbelnder Juror auftritt und eigentlich längst aufs Altenteil hinüber geschoben gehört. Dann gibt es Helge Schneider, der einst mit dem Lied Katzenklo die deutschen Charts stürmte. Und dann hätten wir ... dann hätten wir noch den mittelmäßigen Sänger und Songwriter D. Bohlen. Okay, den hatten wir schon, aber aus Ermangelung an geeigneten Alternativen muss er ausnahmsweise doppelt genannt werden.

    Das bedeutet 1:0 für Ösiland.

    Nun muss man ehrlicherweise anerkennen, dass das Leben leider nicht nur aus Musik und Schirennen (wir gehen nicht näher darauf ein) besteht, sondern dass es auch noch andere Disziplinen gibt (auf die wir ebenfalls nicht näher eingehen), in denen Deutschland sich einigermaßen gut bewährt, punkten und seinen Rückstand verkürzen kann und letztendlich ein glückliches aber verdientes Unentschieden erreicht.

    Die Angst vor einem übermächtigen Ösiland ist somit unbegründet.

    Inzwischen hatten die Protestler mehrere Schier der Marken Atomic, Blizzard, Head und Fischer pyramidenförmig aufgestellt, sie mit hochprozentigem Stroh Rum übergossen und in Brand gesteckt. Weißer, alkoholgeschwängerter Rauch stieg hoch über den Hauptmarkt. Ein Faß mit Jagatee wurde demonstrativ auf den mittelalterlichen Pflastersteinen entleert, feinste Mozartkugeln zertrampelt und Straußens Walzer An der schönen blauen Donau als Rap-Song interpretiert.

    Die Bayrischen Polizisten schauten dem schändlichen Treiben teilnahmslos zu. Es war entsetzlich. Herrn Ösi schwillte der Kamm. War denn niemand bereit, hier ordnend einzugreifen? Wütend bahnte er sich einen Weg durch die Gaffer und war bereit, sich den 1/2 von den 3 1/2 Demonstranten vorzuknöpfen. 

     

    Da läutete der und Herr Ösi erwachte aus seinem Alptraum.

  • ÖSI HEBDO zeigt Charlie Karikatur

    ÖSI HEBDO, das ultimative Magazin für den schlechten Geschmack, zeigt in der neuesten Ausgabe eine Charlie Karikatur.

    Der Chefredakteur beruft sich, wie er es seit Jahren tut, auf das Recht der freien Meinungsäußerung.

    Leider ist unser Karikaturist vor Vollendung des Werkes mit samt seinen Zeichnungen abgehauen. Wohl weil er, wie gemunkelt wird, das schießwütige französische Einsatzkommando fürchtet. Ein typischer Fall von Muffensausen.

    Zur besseren Illustration haben wir für unsere Leserschaft die betreffende Szene mit einfachen Bordmitteln nachgestellt.

    Die aktuelle Ausgabe von ÖSI HEBDO wird mit einer Auflage von 50 Millionen Stück an arabische und andere - nicht genannt werden wollende - Staaten ausgeliefert ...

     

          

    In der Charlie Hebdo Redaktion hat man die Lösung für den seit Jahren anhaltenden Kreativitäts-Stau gefunden. Nämlich weitermachen wie bisher.
    Nur auf diese Art wird man das untalentierte Personal aus Karikaturisten und Schreiberlingen los.

    Plus con que nous, n'est pas possible.

  • Lyrik Vertonung

    Was ist Literatur, was ist Lyrik, was ist ein Poem ... ohne die entsprechend angemessene Vertonung?

    Es ist wie eine Wagner Oper ohne Musik (wäre besser), ein Film ohne Bilder (ist schlechter), eine Welt ohne Idioten (wäre ideal). Es ist unglaubwürdig weil undenkbar.

    Aus diesem Grund reicht Herr Ösi die zeitgemäße Vertonung seines Poems aus der letzten Lyrikstunde unverzüglich nach.

    Dadurch erhalten auch SchwänzeRinnen (ein Merci an die Reformer: die neue gender-artgerechte Rechtschreibverordnung sorgt immer wieder für ungeahnt sprachliche Höhepunkte) haben hier die Möglichkeit, das Poem leserisch nachzuvollziehen und, wenn es sein muss, phonetisch mitzusprechen.

    Mein ausdrücklicher Dank geht an die Damen und Herren des Google Symphonic Translation Orchestra, kurz GSTO, unter der Leitung von Prof. Dr. Ösi am Misch- bzw. Dirigentenpult.

    Erwähnenswert ist die Tatsache, dass alle vortragenden Künstler, egal welcher Muttersprache sie angehören, das Poem in deutscher Sprache wiedergeben, beziehungsweise versuchen, sich im Deutschen zu versuchen ...

    Dame Nummer 1, eine redegewandte Solistin aus dem hohen Norden, schätze ungefähr Ecke Hamburg, Bremen oder Buxtehude, hat ob ihrer Einzigartigkeit bezüglich theatralischer Ausdrucksweise sowie das punktgenaue Treffen der jeweilig vorgeschriebenen Kadenz (ein erfahrener Wiener Burgtheaterschauspieler könnt's nicht besser) das Recht oder die Bürde, besagtes Poem in seiner gesamten Länge zu rezitieren. Anfangs vielleicht einen Tick verunsichert, findet sie mit Eleganz und Bravour in die ihr zugedachte Rolle.

    Dame Nummer 2, die selbstbewusste Angel Sexin, zeigt von Beginn an, wo der Hammer hängt. Hätte man ihr - so wie den nachfolgenden Herrschaften - nicht nach ein paar Strophen die Stimme entzogen, sie hätten das Poem bis zum bitteren Ende zu Ende rezitiert.

    Dame Nummer 3, die Französin, lässt erahnen, warum ihre Sprache nach wie vor die Sprache der Diplomatie, der Kaiser und der Könige ist. Und das wird wohl für die nächsten tausend Jahre so bleiben. 

    Nummer 4, der Herr aus Bosnien, scheint eher zufällig und ungewollt in die erhabene Darbietung hinein gestolpert zu sein. Er sollte sein Talent besser synthetischen Roboterstimmen zur Verfügung stellen. Kopf hoch, das wird schon noch ...

    Nummer 5, die Niederländerin. Mütterlich wie sie wirkt, stellt man sie sich am besten vor, wie sie im Wohnwagen, Stau verursachend und auf deutschen Autobahnen geradeaus Richtung Süden segelnd, für ihre Familie lecke Kaasbrote in klebriger Mayonnaise-Ketchup-Curry-Sauce zubereitet und ihren Liebsten dabei ein Ständchen trällert.

    Last but not least, Nummer 6, die Japanerin, schießt den sprichwörtlichen Vogel ab und gleichzeitig streben wir mit ihr dem großen Finale entgegen. 

    Jetzt viel Spass mit dem Google Symphonic Translation Orchestra. Und wohl bekömm's ...

  • Lyrikstunde

    In unserer heutigen Lyrikstunde verlassen wir die muffige Stadt und gehen hinaus aufs luftige Land. Die letzte Ampel, gerade aus, dann rechts ab, den Hügel hinan und so weiter. Die Politik und das hektische Weltgeschehen lassen wir in den Fernsehgeräten und Rundfunkapparaten zurück. Et non, je ne suis pas Charlie, je suis Ösi.

    Hier, wo Fux und Henne sich gute Nacht sagen, ist die Welt noch in Ordnung, glauben wir zumindest oder auch nicht.

    Peter Rosegger, Karl Heinrich Waggerl und Werner Schwab, die großen alpenländischen Heimatdichter, schauen von ihrer Wolke herunter und geben den Landwirten gute Ratschläge, die freilich keiner hören will.
    Hans Moser, der alte Nuschler, trällert ein Wienerlied, ungefragt und obwohl er es nicht nötig hätte.

    Herr Ösi, überwältigt von so viel Natur und Prominenz auf einen Haufen, beginnt zu dichten ...

    Der Adel odelt
    der Dodel dodelt
    das Fadl rodelt

    Odelt der Adel
    rodelt das Fadl
    dodelt das Madl

    dann haut das Madel
    die große Nadel
    dem rosa Fadl
    seitlich ins Wadl

    sind es Hormone
    nicht um die Bohne
    sss' Christl Meth
    das Fadl schaut bled

    wir tun dir mästen
    weil nur die Besten
    Fadl auf Drogen
    in hohem Bogen

    das Fadl war Adel
    in frühen Zeiten
    heute der Adel
    er macht auf Fadl

    Syntetisch die Kuh
    gib endlich Ruh
    der Bauer braut Raps
    & trinkt aus den Schnaps

    er fahrt mit dem Trecker
    hinaus auf die Äcker
    schifft auf die Felder
    hierfür gibt's Gelder

    nicht effizient
    Agrareform verpennt
    in Saus & Braus
    das macht es aus

    im Stall die Kuh
    seufzt leise Muh
    und du ... du du
    dazu uhu 

    ständig will der Bauern-Knilch
    aus der Kuh heraus die Milch
    fliegen Fliegen im wilden Tanz
    um die Kuh und ihren Schwanz

    die Milch sie spritzt in hohem Bogen
    aus ihr heraus ganz ungelogen
    ist die Kuh erst links gedreht
    ist's für den Bauern schon zu spät

    Gut, die literarische Eleganz oben genannter Herrschaften wird in diesem Poem nicht ganz erreicht. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat es dem Herrn Marcel Reich-Ranicki, wie den unten stehenden Kommentaren zu entnehmen ist, besonders gut gefallen.

    Bundesdeutschen LeserInnen sei erklärt, dass ein Fadl ein Ferkel ist. Der Rest ergibt sich von selbst.

  • Frau Doktor

    Für deutsche Männer ist die berufliche Karriere nach wie vor am wichtigsten.

    Mit Ellenbogen und unfairen Tricks versuchen sie, die Chancengleichheit der Frauen mit allen Mitteln zu verhindern. Dagegen helfen weder Gesetze noch gutes Zureden. Die Gleichstellungsbeauftragte ist verzweifelt und mit ihrem Latein am Ende.

    Die ganze Frauenfeindlichkeit, der wir uns - nicht nur in beruflicher Hinsicht sondern auch im geistigen Gebaren - gegenüber sehen, wird nirgends so deutlich wie an deutschen Männerstammtischen.

    Da schwadronieren die Herren der Schöpfung über Frauen, die sie sich aus dem Katalog, heutzutage freilich aus dem Internet, bestellen und liefern lassen. Entfernungen spielen keine Rolle mehr. Containerweise lässt man sich Frauen zwecks Heirat oder auch nur zur unverbindlichen Probe aus Thailand, Brasilien und der Südsee kommen. Man fachsimpelt über Lieferzeiten, Körbchengröße und andere technische Details. Ukrainerinnen gehen in diesen Tagen besonders günstig über den Ladentisch.

    Schluss jetzt, mit der Frauenfeindlichkeit!, sagt Herr Ösi und stellt den Austrian young male academics marriage selection Catalog vor. Jetzt wird der Spieß umgedreht.

    - * -

    Die Schakkeline aus Buxtehude gehört zu den ersten Nutznieserinnen dieser Innovation. Seit Jahren arbeitet sie in einem Nagelstudio. Und diese ständige weil tägliche Naglerei hat sie nun satt. Bis oben hin. Und zwar endgültig.

    Eine Freundin hat ihr vom Austrian young male academics marriage selection Catalog erzählt. Hinter dem leicht sperrigen Titel verbirgt sich die wohl einzigartigste Aufstiegsmöglichkeit für die deutsche Frau von heute. Diskriminierung und Benachteiligung waren gestern.

    Die Schakkeline, dem Englischen nicht wirklich mächtig, hat sich den Titel sogleich ins Norddeutsche übersetzen lassen. Sie hatte schon ihre liebe Not, die Grundschule zu bestehen. Besonders beim Schreiben des eigenen Namens hat sie regelmäßig Probleme. Aber, wie sie uns glaubhaft versichert, kann sie ja nichts für den bescheuerten Namen, den man ihr ungefragt und elternseits aufgedrückt hat.

    Jetzt sucht sie aus dem Katalog einen männlichen Akademiker aus dem Ösiland zwecks Heirat. Um in den Genuß des Titels ihres künftigen Ehemanns zu kommen, ist es unabdingbar nach Ösiland umzuziehen, so die Katalogkonditionen. Nun, es gibt schlimmeres.

    Während viele deutsche Frauen jahrzehntelang für einen akademischen Titel büffeln und lernen, der dann sowieso Plagiats verdächtig ist und jederzeit aberkannt werden kann, bekommt diejenige Frau, die einen Ösi ehelicht, den Titel des Mannes praktisch als Draufgabe oben drauf gepackt.

    Vor dem Spiegel übt Schakkeline fleissig, um zu sehen, was zu ihren blonden Haaren am besten passt: Frau Doktor, Frau Diplominschinör, Frau Magister, Frau Professor oder gar Frau Hofrat? 

    Frau Hofrat wäre zwar originell, passt aber nicht zu ihrer Oberweite. Sie entscheidet sich für Frau Doktor, weil sie der Meinung ist, dass man ihr mit Frau Doktor beim Bäcker, im Kaffeehaus oder beim Shoppen den meisten Respekt entgegenbringt. Ausserdem hat sie im medizinischen Bereich ziemlich viel Erfahrung, egal ob es sich um das Auskurieren einer Erkältung handelt, um die Verarztung eines abgebissenen Fingernagels oder um den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft.

    Frau Doktor Schakkeline Bauer, ihr künftiger Name, klingt nicht nur hammergeil, ihre Kolleginnen werden platzen vor Eifersucht.

    Wenn der Aymams-C, wie der Öis-Heirats-Katalog unter Eingeweihtinnen mittlerweile heißt, sich erst mal flächendeckend herumgesprochen hat, wird Deutschland in kürzester Zeit zur deutschmädelfreien Zone. 

    - * -

    Die Win-Win-Situation

    Mit dem Austrian young male academics marriage selection Catalog gehen beide Seiten als Gewinner hervor. Die Schakkeline sowieso. Aber auch der frisch gebackene Akademiker, in unserem Fall der junger Doktor Bauer aus dem niederösterreichischen Oberstinkenbrunn, kann sich einen Traum erfüllen. Die gestressten und überlasteten männlichen Studenten wissen oft bis zur Abschlußprüfung nicht, dass es außer ihrem eigenen Geschlecht noch ein anderes, nämlich ein weibliches, gibt. 

    Zum Glück hat man ihn bei der Approbation auf das andere Geschlecht und auf den Austrian young male academics marriage selection Catalog hingewiesen und ihn zu besonders günstigen Konditionen in die Rubrik Doktoren aufgenommen.

    Mit dem deutschen Fräuleinwunder an seiner Seite, wird er künftig Oberstinkenbrunn und die umliegenden Käffer aufmischen und für Furore sorgen, während sich 99 Komma neun neun neun Prozent der restlichen männlichen Oberstinkenbrunner mit einheimischen Weibchen zufrieden geben müssen.

    Tja, die Oberstinkenbrunner werden platzen vor Eifersucht, denkt er, wenn seine hammergeile Schakkeline erst hier aufschlägt.

    Seine überaus reizende Neuerwerbung hat ihm versprochen, ihm anlässlich der Vermählung die Fingernägel zu maniküren. Was will er mehr?

    - * -

    Unsere clervere Schakkeline fragt derweil schon nach, ob sie ihren Doktortitel behalten darf, wenn sie sich eines nicht allzu fernen Tages eventuell von ihrem extrem übergewichtigen und mit unappetitlichen Pickeln übersäten Herrn Doktor scheiden lässt ...

  • Das Frauenkäferchen

    Jetzt ist Schluss mit lustig
    sagt Herr Ösi
    und läßt das Frauenkäferchen auftreten
    der Auftritt des Frauenkäferchens 
    ist ein spektakulärer
    früher war alles anders
    so Herr Ösi
    besser und einfacher und größer
    zumindest in der Tierwelt
    der römische Legionär
    hat noch eigenhändig zugepackt
    wenn ein Löwe
    dessen Arbeitsplatz
    eigentlich unten in der Arena war
    sich auf die Publikumsrängen verirrte
    aber heutzutage
    sagt Herr Ösi
    ist der Löwe in unseren Breitengraden
    nicht mehr anzutreffen
    kein Löwe auf Wies' und Flur
    dafür Mäuse, Ratten, Marder, alles
    sind aber die ganzen Viecher
    harmloser als der Löwe
    nur weil sie kleiner sind
    eventuell leiser brüllen
    natürlich nicht
    das Gegenteil ist der Fall
    je kleiner desto gefährlicher
    nehmen wir zum Beispiel
    die Kleinsten von den Kleinen
    die Elektronenmikroskopischen
    die Virusse
    die Virusse
    so Herr Ösi
    rangieren in ihrer Gefährlichkeit
    gleich hinter diversen Todeskrankheiten
    manchmal sogar davor
    das will was heißen
    die Virusse
    wiederholt mein Bernhard
    der alte Staubsaugerbeutelvertreter belustigt
    korrektes Deutsch
    war noch niemals seine Stärke nicht
    die Virusse
    so Herr Ösi weiter
    haben sich so klein gemacht
    dass wir Millionen dafür ausgeben
    sie mit den größten Elektronenmikroskopen
    die es gibt
    überhaupt zu sehen
    so klein sind die
    wir verpulvern Milliarden
    um die Kleinsten zu sehen
    hätte der Mensch
    die Größe dieser Virusse
    die gesamte Menschheit
    hätte in einem einzigen Löwen bequem Platz
    und der Löwe wäre nicht mal überfüllt
    geschweige denn angefressen
    wir haben keine Vorstellung
    sagt Herr Ösi
    nicht die geringste Vorstellung
    wie viele Virusse 
    der römische Legionär
    im Kampf mit dem Löwen
    unter seinen Sandalen zertrampelt hat
    anders das Frauenkäferchen
    das Frauenkäferchen
    so Herr Ösi
    größenmäßig zwischen den Virussen und dem Löwen angesiedelt
    das Frauenkäferchen hat
    geradezu die optimale Größe
    die ein Lebewesen überhaupt haben kann
    warum das so ist weiß kein Mensch
    und ist letztendlich von nachrangiger Bedeutung
    interessanter schon
    warum das Frauenkäferchen
    so Herr Ösi
    in seiner Heimat
    Frauenkäferchen heißt
    während man es in Deutschland
    Marienkäferchen nennt
    während die einen 
    mit ihren Frauenkäferchen
    die Frau als solche beziehungsweise
    das dazugehörige Käferchen
    als anonym und somit als Namen neutral bezeichnen
    werden die anderen
    mit ihren Marienkäferchen wesentlich konkreter
    den gründlichen Deutschen
    weiß Herr Ösi
    ist die Anonymität
    die dem Namen Frauenkäferchen inne wohnt
    suspekt
    da ist zuviel an Datenschutz drinnen
    sagt man in Deutschland
    das Frauenkäferchen braucht einen Klarnamen
    und klarerweise einen Frauennamen
    wie die Gleichstellungsbeauftragte fordert
    die Frauenquote muss auch beim Frauenkäferchen 
    durchgesetzt werden
    männliche Frauenkäfer hin oder her
    das Frauenkäferchen ist weiblich
    beharrt die Gleichstellungsbeauftragte und basta
    so kam es zum Marienkäferchen
    warum das Marienkäferchen nun Marienkäferchen heisst
    und nicht Ludmillakäferchen
    oder Chantalkäferchen
    was ebenfalls einen gewissen Reiz ausstrahlen würde
    kann nur vermutet werden
    so Herr Ösi
    man kann aber davon ausgehen
    dass das Marienkäferchen
    einen bayrischen
    vielleicht sogar einen oberbayrischen Ursprung hat
    muss der Bayer ein Tier benennen
    weil es noch keinen Namen hat
    tut er sich schwer
    fällt ihm nichts ein
    was öfters vorkommt als uns lieb ist
    tut er sich noch schwerer 
    dann greift er aufs Biblische zurück
    kaum hat er einen Gedankenstau
    sofort das Biblische
    ein geistiger Aussetzer 
    ruft automatisch das Klerikale ab
    oder das Katholische
    oder das biblisch Katholische
    oder das katholisch Biblische
    egal
    der im Klerikalismus verankerte Bayer
    tut sich schwer
    auch beim Benennen
    noch schwerer tut er sich
    wenn das zu benennende Objekt
    noch keinen Namen hat
    dann wird aus einem anonymen harmlosen Frauenkäferchen
    leicht ein bedeutungsschwangeres Marienkäferchen

    Das lautstarke Fluchen von meinem Bernhard bedeutet
    dass er das Frauenkäferchen wieder verpasst hat
    so gut er im Verkauf seiner Staubsaugerbeutel ist
    für das Frauenkäferchen ist er zu langsam
    eindeutig zu langsam
    so ein Topverkäufer wie mein Bernhard
    ist meist nur in einem Bereich top
    nämlich in seinem
    in allen anderen jedoch grottenschlecht
    die aktuelle Staubsaugerbeutelgeneration
    Marke X-Mas Absorb Inspiration
    eine bescheuerte wie gleichwohl aussagekräftige
    Namensgebung seiner Marketing Abteilung
    verkauft er palettenweise
    für das Frauenkäferchen zu langsam
    saugt X-Mas Absorb Inspiration
    abgefallene Tannennadeln, Lametta, langweilige Feiertage
    ungewollte Weihnachtsgeschenke und dergleichen in sich auf
    hächselt geräuschvoll den Abfall
    und spuckt ihn als Bio Pellets 
    mit stark verringertem CO2 Ausstoß wieder aus
    Energiewende Zwo-Punkt-Irgendwas
    der Umweltminister spricht in seiner Nachhaltigkeit
    von richtungsweisend bis exportschlagerrekordverdächtig
    Applaus von allen Seiten
    sogar die Gleichstellungsbeauftragte ovationiert enthusiastisch
    bloß dem Frauenkäferchen ist es conchita
    es verschwindet exakt nach einer Sekunde
    und treibt meinen Bernhard in den Wahnsinn
    wie uns alles in den Wahnsinn treibt
    das urplötzlich ohne Ankündigung
    vor unseren Augen verschwindet
    wir werden wahnsinning und schnappen über
    wenn Dinge mir-nix-dir-nix sich quasi in Luft auflösen
    gerade noch da gewesen
    plötzlich schlagartig verschwunden
    das menschliche Gehirn
    und besonders das von meinem Bernhard
    ist für das schlagartige Verschwinden
    von Erscheinungen die eben noch da waren
    am ungeeignetsten
    während ich versuche
    mich in meinen Bernhard hineinzuversetzen
    ein weiterer markerschüttender Schrei aus dem Ohrensessel
    das Frauenkäferchen ist kurz auf-
    danach gleich wieder abgetaucht
    das Frauenkäferchen
    stöhnt der Staubsaugerbeutelvertreter
    hat mich resettet und auf Null zurückgesetzt
    kommt es jammernd vom Ohrensessel
    zurückgesetzt auf Null
    auf Null zurückgesetzt
    der Verzweifelte alle Viere von sich gestreckt 
    im Ohrensessel
    das Gesicht kreideweiß
    mit Schweißperlen übersät  
    er zittert
    die Situation ist äußerst heikel
    schnelles Handeln angesagt
    ich klatsche ihm ein feuchtes Tuch auf die Stirn
    vorsichtshalber suche ich die Nummer von der Psychiatrie
    immer wieder nehmen wir zur Kenntnis 
    dass Menschen in ihren Ohrensesseln
    alle Viere von sich gestreckt
    von einer Minute auf die andere 
    wahnsinnig werden
    und in die Psychiatrie eingeliefert werden müssen
    die Physionomie von einem Ohrensessel
    läuft der menschlichen Anatomie zuwider
    sage ich
    jahrelang gegen den Ohrensessel angekämpft
    jahrelang vergeblich gegen diesen Ohrensessel angekämpft
    wirft nun ein Frauenkäferchen meinen Bernhard aus der Bahn
    der StaubsaugerbeutelTOPvertreter
    stelle man sich vor
    angezählt und ausgeknockt von einem Frauenkäferchen
    da kann einer die schönsten Wirtschaftswunderlichkeiten
    in die weite Welt hinausverkaufen
    die fleißigsten Hausfrauen
    mit den leistungsfähigsten Staubsaugerbeuteln beglücken
    schlägt das Frauenkäferchen aus dem Hinterhalt zu
    merken wir wie filigran und zerbrechlich Menschen sind
    wir haben so viele Sitzgelegenheiten in diesem Haus
    sage ich wieder und wieder
    aber für meinen Bernhard
    kommt nur der Ohrensessel in Betracht
    sein geliebter Ohrensessel
    ein Relikt von seinem Großvater 
    jahrelang ist sein Großvater mütterlicherseits
    in diesem Ohrensessel gesessen
    tagaus tagein 
    ohne die geringste Aktivität
    interessenlos und apathisch
    der Großvater im Ohrensessel 
    bis er eines Tages verrückt geworden ist
    in diesem Ohrensessel 
    den wie er behauptete 
    schon Sigmund Freud
    als Therapie-Ohrensessel in Verwendung hatte
    ein neuerlicher Schrei zerfetzt die Luft
    wie ein waidwundes Tier nach einem Blattschuss
    hängt mein Bernhard kraftlos im Ohrensessel
    japsend nach Luft
    ich wähle die Nummer der Psychiatrie

    Zahlen hin und her geschoben
    sagt Herr Ösi
    Formeln kreiert und wieder verworfen
    Nächte ohne Schlaf
    die Schwierigkeit
    so Herr Ösi
    besteht darin
    das Frauenkäferchen
    durch komplizierte mathematische Berechnungen
    genau dann auftreten zu lassen
    wenn keiner mit ihm rechnet
    besonders der User nicht
    der User
    das leidgeplagte Individuum
    das alle Hände
    beziehungsweise Finger
    damit zu tun hat
    rechtzeitig die Fliege
    auf dem Smartphone versteht sich
    zu drücken
    erstens um Punkte zu sammeln
    zweitens zu verhindern
    dass die Fliege auf den Bildschirm kackt
    und somit die bereits erreichte Punktanzahl verringert
    dieser User
    sagt Herr Ösi
    steht 60 Sekunden
    also während dem gesamten Spiel
    unter Strom unter Starkstrom
    die physischen und psychischen Belastungen
    so Herr Ösi
    während dieser 60 Sekunden
    sind die aller höchsten
    denen man einen Menschen aussetzen kann
    eine Mont Everest Besteigung
    dagegen praktisch ein Erholungsurlaub
    das neu hinzu gekommene Frauenkäferchen
    setzt den Spielstand des Users
    auf Null zurück
    wenn es nicht rechtzeitig
    und innerhalb einer einzigen Sekunde
    gedrückt wird
    eine Verschärfung der Spielregeln
    seine Fliegen-App
    so Herr Ösi
    inklusive Frauenkäferchen
    kann kostenlos 
    aus dem Google Play Store downgeloadet werden

    Viel Spaß!

  • Feeling

    Herr Ösi hat wieder geappt. Dass dabei irgendwann ein psychologisches Dingens raus kommen würde, war ja so was von folgerichtig bis unvermeidlich.

    In einem Land wie dem seinen, welches schon Sigmund Freud und und und hervorgebracht hat, wirst du entweder Schirennfahrer oder aber die psychologische Schiene.
    Der Tiroler, der Kärntner, beide Schirennfahrer, der Vorarlberger sowieso Schirennfahrer, der Steirer Schirennfahrer oder Muskelprotz, während der Wiener, der Niederösterreicher und der Burgenländer aufgrund der mikroskopisch kleinen Berge automatisch das Psychotherapeutische.

    Viele sagen ja: wo ein Mensch herkommt, ist mir scheißegal. Stimmt nicht. Wäre Freud als Bergbauernbub geboren, hätte er allenfalls verhaltensauffällige Gämsen und Steinböcke therapiert. Aber schweifen wir nicht ab vom Thema.

    Zum Schirennfahrer hat es beim Herrn Ösi nie gereicht. Die Abfahrtspisten waren zu steil, beim Slalom standen ihm zu viele Stangen im Weg und der Riesentorlauf ist von allen ungesunden Sportarten ohnehin die ungesündeste. Blieb also nicht nur wegen der Bergesmikroskopie allein das Psycho und Therapeutische übrig. Und wie es sich für einen ordentlichen Ösi gehört, entwickelt er seine Talente spät und im fortgeschrittenen Alter. Ausnahme natürlich der Salzburger, der, wenn ihm die Berge fehlen, relativ früh und mitunter sehr erfolgreich mit dem Musizieren anfängt.

    Der Ösi hat statt dessen eine App entwickelt, die es den Schirennfahrern, den Psychos, den Therapeuten sowie allen anderen ermöglicht, einmal am Tag das persönliche Befindem seinem Smartphone anzuvertrauen.

    Feeling App

    Mir geht's gut oder mir geht's schlecht, kann der User seinem Handy mitteilen.
    Und das ist eine ziemlich wichtige Information, denke ich, wenn nicht gar die wichtigste überhaupt.

    Gerade im Süden Deutschlands ist oftmals die wirre wie falsche Meinung vertreten, das Individuum hätte mehr Zustandsbefindlichkeiten als nur: Mir geht's gut oder mir geht's schlecht. Ist natürlich völliger Quatsch. Selbst ohne einschlägigen Studium weiß der handelsübliche Mensch, dass es ihm nur gut gehen kann oder eben schlecht. Dazwischen gibt es nix.
    Beispiel gefällig? Gewinnt der FC Bayern, geht es dem Bayern gut. Verliert sein Verein oder spielt er bloß unentschieden, geht es dem Bayern schlecht. So simpel und einfach tickt der Bayer und mit ihm der Rest der Welt.

    Allerdings, und darauf sei hingewiesen, der Zustand von mir geht's gut oder mir geht's schlecht wechselt naturgemäß mehrfach täglich, oftmals im Stundentakt, beim Fußball sogar von Minute zu Minute, weshalb dem geneigten Individuum nur einmal pro Tag die Möglichkeit geboten wird, seine aktuelle Befindlichkeit abzusondern. Diese Einmaligkeit dient vornehmlich dazu, die eigene Wankelmütigkeit auszuschalten, quasi disziplinarisch punktgenaue Kanalisierung.

    So zeichnet die App im Lauf der Zeit nicht nur den eigenen Feeling-Zustandsbericht auf, mit dem selbst der Freud seine größte Freud gehabt hätte, nein, die Summe aller User-Feelings liefert obendrein einen NSA freundlichen Zustandsbericht der gesamten Welt.

    Feeling App

    Nichts ist suspekter als ein Mensch, dem es alle Tage gut geht. Einer, dem es ständig schlecht geht, ist auch nicht als Vorzeigeobjekt geeignet. Die Herausforderung für die führenden Wissenschaftler besteht nun darin, herauszufinden, wie der ideale Mensch aussehen könnte. Vielleicht ist es einer, dem es am ersten und zweiten Mittwoch im Monat gut geht, während er am vierten Donnerstag langsam und für den Rest der Woche in eine Depression abgleitet? Oder einer, der im 2-Tage-Rhythmus zwischen gut und schlecht oszilliert und somit zur exakt berechenbaren Größe wird?

    Gerade das Vorhersehbare wird ja von Politik und Wirtschaft immer wieder gefordert. Ein Politiker, der sich seinen Wahlerfolg bis zur vierten Stelle hinter dem Komma vorausberechnen läßt, möchte sich das Ergebnis nicht vermiesen lassen, nur weil ein paar Millionen Wähler am Sonntag ihr Kreuzchen an der falschen Stelle machen. So was nervt ihn.
    Ähnlich verstimmt ist man bei Zalando, wo man auf die Aufträge der Kunden wartet, anstatt ungefragt und flächendeckend die Weiblichkeiten im Lande automatisch mit den neuesten Tretern zu beliefern. Die globalisierte Wirtschaft multinationaler Konzerne hat das Warten auf den Kunden satt und will künftig von sich aus Hinz und Kunz mit ihren Ladenhütern vorsorglich versorgen, einerseits, bevor es die Konkurrenz tut, andererseits, bevor der Trödel in den Regalen vergammelt.

    Die Ösi Feeling-App könnte ein Meilenstein zu dieser schönen, neuen Welt werden. 
    Diktaturen und Konzerne könnten die Abweichung des einzelnen Individuums vom vorgeschriebenen Mainstream sofort erkennen, die Abweichler in Umerziehungslager einweisen und diese doch noch auf den rechten Weg führen. Der Phantasie sind dabei wie immer keine Grenzen gesetzt ...

    Den gegeigten und unerschrockenen LeserInnen dieses Blogs sei an dieser Stelle verraten, wo sie die Feeling-App downloaden können, um ihrer nachrichtendienstlichen Auskunftspflicht gegenüber Staat und Geheimdiensten unverzüglich und lückenlos nachzukommen. Hier geht's zum Download

  • Oktoberfest

    Die neue Oktoberfest-Kellnerin Version: Zwoa-Punkt-Drei-Punkt-G'suffa (hier in einer schematischen Darstellung) bietet nicht nur visuelle Reize für alle Bayern-Bazis und solche, die es noch werden wollen, nein, das neue Modell ist auch in seiner Effizienz nicht zu überbieten.

    Oktoberfestkellnerin

    Ganze 73 Maßkrüge schafft Zwoa-Punkt-Drei-Punkt-G'suffa auf einmal zu stemmen, in den nach Sch(w)eiß und Urin stinkenden Festzelten zu verteilen und abzukassieren. Das ist Weltrekord !!!

    Monatelang haben sie dafür im CSU-Seehofer-Ministerium an der neuen Kellnerin gewerkelt und geschraubt. Der Horst selbst, den man vorwirft, nichts anderes mehr zu tun als an seiner Straßenmaut zu tüfteln, ohne deren flächendeckende Einführung nicht nur Bayern sondern auch Restdeutschland unweigerlich den Bach hinunter geht, wie er stets gebetsmühlenhaft wiederkäuert, Horst selbst hat in unermüdlichem Einsatz dieses ambitionierte Projekt voran getrieben.

    Damit hat Horst Seehofer gewollt oder ungewollt, aber doch eher gewollt als ungewollt, dem Vorvorgänger Edmund Stoiber ein Denkmal gesetzt, der ja seinerseits nicht aufhörte, seinem Vorvorgänger und Übervater Franz Josef Strauß, dem er stets bis zum Anschlag in eine bestimmte Körperöffnung hinein gekrochen ist, Denkmäler hinzusetzen. Wie ja ein hochrangiger Bayer grundsätzlich nicht aufhören kann, einem anderen noch höherrangigen und vorvorgängerischen Bayern ständig irgendwelche Denkmäler hinzusetzen. Ganz Bayern, kann man folglich schließen, ist nur deshalb entstanden, weil einer dem anderen ein noch bombastischeres Denkmal hingesetzt hat.

    Diese nun vorläufig letzte Denkmalhinsetzerei soll mit ihren 73 Maßkrügen an das Lebensalter von FJS erinnern, der am 1.10.1988 mit einem Hubschrauber vom Oktoberfest aus zu einer Hirschjagd nahe Regensburg geflogen werden sollte ... aber, nun ja ...

    Bemerkenswert an Zwoa-Punkt-Drei-Punkt-G'suffa ist der extrem lange und sogenannte Freunderlwirtschaftsarm, der im vorliegenden Fall sogar bis zur JVA Landsberg, also bis zum einsitzenden Herrn Hoeneß, hinunterreicht und dem armen wie gleichwohl verbrecherischen Knastbruder das mia san mia Gefühl, ohne dem der echte Bayern nicht existieren kann, heimelig vermitteln soll. Verhalten und nur für geübte Ohren hörbar haderthauert es im Käfer Promi-Zelt, wenn Frau Christine in einem ihrer schmucken Modellautos diskret vorfährt. Der neue Freunderlwirtschaftsarm aus garantiert bayrischer Produktion, sagt der Horst, soll in die ganze Welt hinaus exportiert werden. Berlin und die EU in Brüssel haben ihn bereits erfolgreich getestet und können nicht mehr ohne ihn. Prost!

    Allen schunkelnden Zeitgenossen - und politisch korrekt - Innen, die sich die Wies'n Gaudi mit ihren unzähligen Alkoholleichen, Schlägereien und derben Entgleisungen nicht leisten können möchten oder wollen, aber trotzdem und irgendwie - wie auch immer - mit dabei sein müssen möchten dürfen, verweist Herr Ösi auf diesen Artikel.

  • Deutschland zündelt

    Die Amerikaner haben es geschafft. Nach einem halben Jahrhundert des Friedens in Europa ist es ihnen gelungen, die Führungsschwachköpfe der EU auf den nächsten Krieg, nämlich gegen Russland, einzustimmen. 

    Und die Deutschen, wie wäre es anders zu erwarten, stimmen dem Kriegsgebrüll begeistert zu. 

    Dass dieser nächste Krieg mit Atomwaffen geführt wird, scheint außer Herrn Ösi niemand ernsthaft zu beunruhigen.

    Vor allem die Medien, die bereits zu 100% staatlich gelenkte Presse und das Staatsfernsehen überbieten sich in ihrer Russlandhetze, rufen ständig nach neuen Sanktionen und können den Kriegsbeginn kaum mehr erwarten.

    Als Mahnmal für nachfolgende Generationen, falls es solche überhaupt noch geben wird, hat Herr Ösi einen Antikriegssong komponiert. "Deutschland zündelt" lautet der Titel und ist im Sinne alter Bob Dylan Songs gehalten ... bloß besser und moderner.

    Das kriegslüsterne Gebrabbel im Song ist dem Originalton von Kaiser Wilhelm II entnommen, als dieser schwanzwedelnd vor Übermut zum 1. Weltkrieg aufrief. 

    Interessierte können hier die gesamte Wilhelmin'sche Rede nachhören als Lehrstück, wie man in 2:33 Minuten einen Weltkrieg entfacht. Herr Ösi ist sich sicher, Frau Merkel und ihr Bundesgauckler werden es in weniger als einer Minute schaffen ...

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