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  • Symphonie für Hunde

    Das BesitzX (sprich Besitzix) liebt sein Haustier über alles. Das BesitzX tut alles Menschen mögliche und unmögliche, damit es dem Tierchen gut geht.

    Nun ist auch Herr Ösi dem allgemeinen Gender-Wahnsinn verfallen. Früher war es einfach. Es gab Männer und es gab Frauen. Aber heutzutage hoch kompliziert. Viele Menschen wissen nicht, ob sie ein Männchen sind oder ein Weibchen. Oder einer wird morgens wach und ist sich sicher, die letzten 3 Tage ein Mann gewesen zu sein. Bloß seit heute morgen ist er sich nicht mehr sicher, also kein Mann mehr, aber auch nicht wirklich eine Frau, sondern irgendwas Undefinierbares dazwischen.

    Weil immer weniger Menschen wissen, welchem Geschlecht sie gerade angehören und sie auf gar keinen Fall diskriminiert werden möchten, weil sonst Rechtsanwalt, Abmahnung und ähnliches, gibt es heute weder einen Tierhalter noch eine Tierhälterin, sondern das BesitzX. Das BesitzX kann alles sein und deckt mühelos die kompliziertesen Persönlichkeitsstrukturen ab. Das BesitzX ist sächlich wie das Haus, das Schwein oder das Conchita Wurst.

    Das LesX möge dem Herrn Ösi den kurzen Abstecher in die Niederungen Neudeutscher-Genderei verzeihen, aber wat mutt dat mutt.

    ***

    Es war wohl die grausamste Meldung des Tages. "Vancouver: BesitzX von seinem Hund gebissen"

    Da hat das BesitzX über Jahre alles Erdenkliche für seinen Hund getan, Leckerli, Spaziergänge, Kino, Musik und so weiter und dann das. Tja, in das Tier kannst du halt nicht reinschauen, zumindest nicht in das Psychologische von dem Tier. Der Kampfhund lässt sich sich nicht in die Karten gucken, obwohl, äußerlich ist das Tier zu durchschauen, nur innerlich nicht, weil tiefenpsychologischer als jeder Mensch. Äußerlich ist es so, dass im Lauf der Zeit BesitzX und Tier praktisch zu einer Einheit verschmelzen. Oft weiß man nicht, steht jetzt das Tier vor mir oder das BesitzX. Nur aufgrund der Größe ahnst du, mit wem du es zu tun hast. Es ist nicht geklärt, ob es das BesitzX ist, welches nach und nach das Aussehen von seinem Hund annimmt oder ob es der Hund ist, der seinem BesitzX äußerlich immer ähnlicher wird. Es gibt eine Theorie, die besagt, dass sich beide schrittweise aneinander annähern, aber wie gesagt, nur Theorie.

    Es ist schwierig genug, in andere Menschen reinzuschauen. Die NSA will in die Bürger reinschauen, die Fluggesellschaften in ihre Mitarbeiter und so weiter. Aber am schwierigsten ist das Reinschauen in das Tier, weil psychologisch ganz anders drauf als der Mensch.

    Das BesitzX aus Vancouver hatte seinem Kampfhund gerade das Violin Konzert in E minor Opus 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy vorgespielt, als dieser unvermittelt nach 3 Minuten und 8 Sekunden zubiß. Jetzt wirst du sagen, die Klassik ist für den Kampfhund nicht geeignet, der Kampfhund braucht eher eine stramme Marschmusik, Radetzky und so. Kann sein, muss aber nicht. Es kommt immer auf den seelischen Zustand an.

    Natürlich gibt es eindeutigen Anzeichen, die sogar Laien erlauben, primäre Bedürfnisse von Tieren zu erahnen. Beispiele: Die Katze streift um dein Bein, heißt: mach mir das Döschen mit der Gänseleberpastete auf. Oder der Hund wedelt mit dem Schwanz, heißt: geh' mit mir Gassi oder ich kack' dir auf den handgeknüpften Perserteppich. Oder du steigst der Kreuzotter auf den Schwanz, heißt: jetzt beiß' ich dich.

    Klar könnte man einwenden, das letzte Opfer des Kampfhundes, der letzte herzhafte Wadenbiss liegt drei Wochen zurück, also eine kleine Ewigkeit für den Hund, deshalb sein seelischer Zustand ziemlich zerüttelt. Man kann aber auch sagen, der Mendelssohn war schuld. Genaueres werden wir nie erfahren.

    Schon in der Schule haben sie den kleinen Felix Mendelssohn Bartholdy als Helix Pendelsohn Wacholdi verunglimpft. Der hat gelitten wie ein Hund, sich aber postwendend revanchiert, ist Komponist geworden und hat die Menschheit mit langweiliger Musik bestrafend überzogen. Bei 3:08 steht Opus 64 nicht nur für Tiere auf dem Scheideweg. Geht das Gefiedel weiter, wird es besser, wird es noch schlechter als es schon ist oder bricht es endlich ab und wenn ja, wann? Für das geneigte HörX: es geht noch 25 Minuten weiter, die sich anfühlen wie zwei mühsame Arbeitswochen, abgeleistet an einem Stück.

    ***

    Einen Tag später eine ähnliche Meldung aus Deutschland: "Buxtehude: BesitzX von seinem Hund gebissen"

    Du ahnst es schon, wieder lief Wacholdi im Hintergrund, wieder Opus 64, der Biss erfolgte bei 3:08 auf die Sekunde. Das kann kein Zufall sein. Hat der Komponist absichtlich Sequenzen eingebaut, die Hunde aggressiv machen?, fragt BILD. Bei dem Übeltäter, pardon, bei der Übeltäterin handelte es sich um die in zartrosa gefasste Pudeldame Chanel, die abseits ausgiebiger Fressorgien auf Florian Silbereisen und Hansi Hinterseer steht, aber mehr auf das Aussehen der zwei Herren als auf deren Musik. BILD vermutet, Chanel hatte geträumt, wie der Silbereisen und der Hinterseer ihr zärtlich den Bauch kraulen, sich dabei ein bisschen zankend, wem das Hundchen letztendlich den Vorzug gibt, als einer der beiden, ungewollt oder nicht, der Pudeldame ins Bäuchchen kniff, so dass diese erwachte und zu ihrem Schreck weder den Florian noch den Hansi vorfand, dafür aber die entsetzliche Musik Wacholdi's. Der Biss war unvermeidlich ...

    Und noch am selben Tag die furchtbare Schlagzeile: "Texas: Paris im Hilton von ihrem Hund gebissen"

    Das Hundchen, war aus der sündhaft teuren Hermes-Handtasche heraus gesprungen und hatte unvermittelt beim Frauchen zugeschnappt. Ob es Wacholdi war, wollten die besorgten Reporter wissen, nein, so Paris, oder vielleicht, wie auch immer, sie könne nicht einen jeden Hotelgast persönlich kennen, die Musik, so die Journaille, ob zum Zeitpunkt des Unglücks Musik von Wacholdi im Hintergrund gelaufen wäre, Musik ja, so Paris, eher im Vordergrund als im Hintergrund, aber bestimmt nicht Wacholdi, sie stehe nicht auf diese Gangsta-Rapper und auf diesen fuckin' Wacholdi mit seinen ordinären Texten schon gar nicht, weil ihr Geschmack eher ... bla bla bla und wie immer alles auf Englisch.

    Der Chiwawa konnte erst durch die eilig herbeigerufene Dienerschaft gebändigt und beruhigt werden. Paris ebenso.
    Der Kunde ist König, sagt man bei Hermes, und kaum gesagt, arbeiten sie schon an einer Chiwawa-Rückhalte-Vorrichtung, die das plötzliche heraus Katapultieren des Hundchens aus der Handtasche verhindern soll. Wau!

    Das schaut jetzt fast nach einer Rehabilitierung vom Wacholdi aus, zumindest teilweise Rehabilitierung, weil für eine vollständige Rehabilitierung müsste er sein Werk unkomponiert machen, was leider nicht mehr möglich.

    ***

    Der Mensch hält sich gern für die Krone der Schöpfung. Ist er aber nicht. Nur weil er mit Handys telefonieren kann, Mais- und Mausgene manipuliert und ab und zu auf dem Mond landet. Das mag ja eine gewisse Leistung sein, aber beim Thema siebter Sinn, Fehlanzeige. Hier sind uns Tiere hochhaushoch überlegen, weil siebter bis achter Sinn, gerade im Bereich der Vorhersage.

    Vögel zu Beispiel. Sie erkennen ein Erdbeben, einen Tsunami oder einen bevorstehenden Polsprung Tage vor ihrem Eintreten. Kraken sagen die Ergebnisse von Fußballspielen voraus. Und so weiter. Auch Herr Ösi will auf die Fähigkeiten von Tieren nicht mehr verzichten. Derzeit arbeitet er eng mit Stubenfliegen zusammen, sie sollen ihm 6 Richtige im Lotto bescheren.

    ***

    Der Hund und sein BesitzX verstehen sich meist blind, sind ein eingespieltes Team, sprich Augenkontakt und so. Aber in punkto Musik große Missverständnisse, weil völlig andere Welten. Der Hund braucht seine eigene Musik im hoch- beziehungsweise niederfrequenten Bereich, speziell abgestimmte Zwischentöne, Oktaven und Zeugs, dass für den Menschen eher ... naja ungewöhnlich bis scheußlich anmutet.

    Herr Ösi hat die Mühe nicht gescheut und die weltweit erste Symphonie für Hunde komponiert.
    Hier ein kurzer Auszug aus dem Adagio Allegretto Rondo Knöchelverzeichnis 08/15 für Bello.

     


     

    Ist, wie gesagt, nicht jedermanns Sache. Dem Hund aber kannst du keine größere Freude machen. Er wird es dir mit bedingungsloser Liebe danken.

    Beachte: Vogelspinnen, Giftschlangen und ähnliche Exoten erfordern wiederum ganz andere Rhythmen, an deren musikalische Umsetzung Herr Ösi bereits fieberhaft arbeitet ...

     

              

  • Ösi-Kunst-Kritiker-Jandler

    Viele Kunst sein ... Scheissen Dreck sein
    wir überhaupt wissen tun 
    was Kunst sein sein
    wissen fragen müssen Kritiker
    oh ja Kritiker fragen dürfen müssen können
    Kritiker immer wissen tut
    was Kunst sein sein

    Beispiel Musiken Kunst
    Kritiker hören Kunst 
    ins Ohr hinein Ohren-Hör-Musiken-Kunst
    rt Hör-Ohren-Kunst-Kritiker Musiken
    Klassische Musiken
    ra-ta-ta-ta
    ra-ta-ta-ta
    Kritiker Ohren oh-weh tun
    Schmerz-Ohren-Hör-Kunst 
    ra-ta-ta-ta
    ta-ta-ta-ta 
    Piano Verstimmung
    Oktaven Verschiebung
    Musiken Kritiker Ohren Verschlimmerung
    Piano oktavial Ton-Höhen-Verschiebung
    oder
    ta-ta-ta-ta
    Kunsten Künstler nix taugen tun
    Kunsten Künstler falsches Ton drücken tun
    Kunsten Künstler kein Musiken Ohren haben tun
    Kunsten Künstler Scheissen Dreck sein

    Beispiel Gebilderte Kunst
    Kritiker sehen Gebilderte
    ins Aug hinein Sehen-Augen-Gebilderte-Kunst
    an Wand Gebilderte hängen haben
    was das sein fragen tut
    Farbenklekse sehen
    nix Landschaft nix Mensch nix Tier nix Nix
    Farbenklekse
    Farbenkleks Kunst sein
    Kritiker Augen oh-weh tun
    Schmerz-Augen-Seh-Kunst
    Kleks Kleks Kleks
    Pinsel Verkrümmung Verstümmelung haben
    Farben Verrinnungs Verschiebung Kleks sein
    Verklekselung haben
    Gebilderte Kritiker Augen Verschlimmerung
    dann sagen tun müssen
    Kunsten Künstler nix taugen tun
    Kunsten Künstler falsches Farbe pinseln tun
    Kunsten Künstler kein Landschaft Mensch Tier Augen haben tun
    Kunsten Künstler Scheissen Dreck sein

    Beispiel Geschreibselte Kunst
    Kritiker lesen Geschreibseltes
    ins Hirn hinein Lesen-Hirn-Geschreibseltes-Kunst
    fühlen Hirn-Lesen-Kunst-Kritiker Geschreibseltes
    Literatur Lyrik Prosa Geschreibseltes
    Buchstabe Wort Satz Absatz Kapitel fertig
    ra-ta-ta-ta
    Kapitel Absatz Buchstabe Satz Wort fertig
    Absatz Wort Kapitel fertig fertig
    Buchstabe Kapitel Wort fertig
    Wort Wort fertig
    ra-ta-ta-ta
    ra-ta-ta-ta
    Kritiker Hirn oh-weh tun
    Schmerz-Lesen-Hirn-Kunst
    ra-ta-ta-ta
    Schreibsel Künstler Feder stumpf
    Schreibsel Künstler Scheibmaschinen Tastenschiene putt ka ka putt
    Schreibsel Künstler Kompjuter Panne blu skrin
    Geschreibseltes Kritiker Hirn Verschlimmerung
    ra-ta-ta-ta
    Kunsten Künstler nix taugen tun
    Kunsten Künstler falsches Satz geschrieben sein
    Kunsten Künstler kein Geschreibsel Hirn haben tun
    Kunsten Künstler Scheissen Dreck sein

    Viele Kunst sein ... Scheissen Dreck sein
    ra-ta-ta-ta

  • 50 Schattierungen des Grauens

    Denken wir an die Katholische Kirche
    denken wir an den Vatikan
    sagt Herr Ösi
    denken wir unweigerlich an Hollywood
    denken wir an vergangene und zukünftige Päpste
    haben wir unweigerlich 
    die schauspielernde Zunft vor Augen
    unweigerlich
    wiederholt mein Bernhard 
    der alte Staubsaugerbeutelvertreter gedankenversunken
    unweigerlich 
    der Vatikan
    so Herr Ösi
    ist ohne Hollywood nicht denkbar
    und umgekehrt
    die Kostümierungen, die Maskeraden
    das ganze Tamtam
    die Filmmetropole an der Westküste
    sobald man sich ihr nähert
    gedanklich wie räumlich 
    unweigerlich, so mein Bernhard
    un-wei-ger-lich, so Herr Ösi
    sofort das Vatikanische
    Fifty Shades of Grey
    sagt mein Bernhard
    50 Schattierungen des Grauens
    präzisiert Herr Ösi
    wenn wir an Hollywood denken
    an den Schund
    den sie dort produzieren
    an die Horden unsäglich schlechter Schauspieler
    und wenn wir die Laiendarbietungen aus dem Vatikan
    auf unseren Fernsehgeräten verfolgen
    verfolgen müssen
    verschmelzen beide
    Hollywood und Vatikan
    zu einer Einheit des Grauens
    unweigerlich, so Bernhard
    Fifty Shades of Grey
    die Katholiken
    sagte der Papst unlängst
    dürfen sich nicht vermehren wie die Karnickel! 
    das hat gesessen
    die Kaninchenzüchter außer sich
    die sexuellen Ausschweifungen
    so der Chef der deutschen Rasse Kaninchenzüchter
    finden nur in der freien Wildbahn statt
    die Kaninchen auf dem grünen Feld
    sind die schamlosesten im gesamten Universum
    während in den Gehegen
    unter den strengen Blicken der Kleintierzüchter
    das Gerammel in geordneten Bahnen verläuft
    der Kleintierzüchter
    sagt Herr Ösi
    schaut den Kaninchen
    aus sicherer Entfernung
    bei der Vermehrung zu
    dabei gibt er ihnen viele
    wenn auch nicht alle Freiheiten
    er greift nur ein
    wenn die Viecher sich anschicken
    Dummheiten zu machen
    Fifty Shades of Grey
    sagt Bernhard
    machen die Kaninchen Dummheiten
    ist der Kleintierzüchter
    von Berufs wegen verpflichtet
    rigoros einzugreifen
    und keine Schweinereien
    unter den Kaninchen zuzulassen
    der Papst wiederum
    schaut dem Kleintierzüchter
    vom heiligen Stuhl aus zu
    also aus der sichersten Entfernung
    die man sich vorstellen kann
    vom heiligen Stuhl aus
    schaut der Papst auf die Kleitierzüchter hinab
    grundsätzlich, sagt Herr Ösi
    schauen die Päpste seit Jahrhunderten
    auf alles hinab
    was tiefer gelegen ist
    als der heilige Stuhl
    schaut der Papst auf den Kleintierzüchter hinab
    wie dieser den Kaninchen zuschaut
    damit diese bei der Vermehrung
    keine Dummheiten machen
    damit alles in geordneten Bahnen verläuft
    denkt er, der Papst
    während dieser Kleintierzüchter Beobachtung
    unweigerlich über klerikale Fragen nach
    das ist sein Job
    dafür haben sie ihn eingstellt
    die Hauptaufgabe eines jeden Papstes
    ist neben der Beobachtung von Kleintierzüchtern
    das Nachdenken über klerikale Fragen
    den heiligen Stuhl
    sagt Herr Ösi
    haben sie absichtlich höher gelegt
    damit die Päpste
    beim Beobachten und beim Denken
    und also beim Theologisieren
    nicht den Überblick verlieren
    wird der Papst unkonzentriert
    schweift er ab oder schweift er aus
    verheddert er sich in seinen Gedanken
    weil er zu sehr bei den Kaninchen ist
    als beim Klerikalen 
    wird ihm unweigerlich 
    der Rücktritt nahe gelegt
    unweigerlich
    wiederholt Bernhard
    unweigerlich der Rücktritt
    andererseits konzentriert sich der Papst
    sagt Herr Ösi
    zu sehr auf den Kleintierzüchter
    steht der Kleintierzüchter zu sehr im theologischen Fokus
    platzt ihm, dem Papst
    früher oder später der Kragen
    und er wirft ihm, dem Kleintierzüchter
    die unkontrollierte Vermehrung der Katholiken vor
    der Kleintierzüchter ist
    dank seiner theologischen Unterlegenheit
    schon immer zur Zielscheibe
    päpstlicher Wutausbrüche geworden
    Legionen von Päpsten
    haben sich über Jahrhunderte
    an klerikal schwächere Kleintierzüchter abgearbeitet
    die Firmenstatuten des Vatikans
    sagt Herr Ösi
    so undurchsichtig und verschwommen sie uns erscheinen
    sind in einem Punkt mehr als eindeutig
    dem Kirchenoberhaupt ist es
    zumindest offiziell nicht gestattet
    an der Vermehrung der Katholiken
    durch entsprechende Handlungen teilzunehmen
    weder an der kontrollierten
    noch an der unkontrollierten Katholikenvermehrung
    darf der Papst sich beteiligen
    er muss unbeteiligt bleiben
    wohl gemerkt heutzutage 
    früher war es anders
    früher war alles anders und besser
    klagt der Papst
    der in jüngerer Zeit
    mit der Beobachtung von Kleintierzüchtern
    und mit ein bisschen Theologisieren
    sein Auslangen finden muss
    deshalb auch die ständigen Nachwuchssorgen
    bei den Päpsten
    die jüngeren Herren wenden sich ab vom Job
    den Alten bleibt oft nichts anderes übrig
    als in den sauren Apfel zu beißen
    das Amt anzunehmen
    einer muss den Job ja machen
    dabei wären die alten Knacker
    sagt Herr Ösi
    heutzutage durchaus in der Lage
    bei der Vermehrung der Katholiken aktiv mitzumischen
    denken wir an einen ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten
    dessen Namen wir diskret verschweigen
    müssen wir unweigerlich erkennen
    dass eine geeignete Apparatur
    die ein jeder mittelmäßige Schönheitschirurg 
    heutzutage verkauft wie warme Semmeln
    einen jeden noch so tattrigen Greis
    in ein reißendes Karnickel-Monster verwandelt
    la pompa per erezione
    zum Preis einer römischen Stadtvilla
    in liebevoller Handarbeit
    von chinesischen Facharbeitern gefertigt
    kaum sichtbar und an der richtigen Stelle implantiert
    entweder mittels rotem Druckknopf
    oder über die praktische Handkurbel zu aktivieren
    la pompa per erezione
    weiß die römische Regenbogenpresse
    verleiht auch einem
    in die Jahre gekommenen
    Herren Berlusconi Flügel
    wo andere und vor allem jüngere
    ein 12 jährig gelagertes Eichenfass
    randvoll gefüllt mit Red Bull
    auf ex leeren müssen
    um nicht annähernd
    die Leistungsfähigkeit der pompa per erezione zu erreichen
    hat ihn die pompa zum Leben erweckt
    breitet er seine Schwingen aus
    und setzt erhaben an zum Abflug
    in einem jeden Kaninchengehege
    und sogar in der freien Wildbahn
    geht es gesitteter und tugendhafter zu
    als auf den ausschweifenden Partys des Herren Cavaliere
    der pompa per erezione sei Dank
    Fifty Shades of Grey
    sagt Bernhard unweigerlich
    50 Schattierungen des Grauens
    der Papst, sagt Herr Ösi
    jetzt so purpur gerötet
    wie seine Soutane
    schaut teilnahmslos wie irritiert beiseite
    nicht den Cavaliere kompromittieren
    alle anderen schon
    die Kleintierzüchter sowieso
    die Kleintierzüchter reihenweise
    aber den Cavaliere nicht kompromittieren
    denkt der Papst
    seit Jahrhunderten
    schauen höher gelegte Päpste
    teilnahmslos und irritiert beiseite
    wenn sie Dinge erkennen
    die sie laut Firmenstatuten
    weder sehen noch erkennen drüfen
    nihil videre nihil audire nihil dicere
    der Firmenslogan des Vatikas
    la pompa per erezione evoluzione III
    praktisch die dritte und höchste Ausbaustufe
    sagt Herr Ösi
    eine spezielle Spezialanfertigung 
    ein persönliches Geschenk des Papstes 
    an seinen lieben Silvio
    für die geglückte Teilrenovierung des Petersdom
    und dafür dass die aktiken Gemäuer
    bei der Erneuerung nicht eingestürzt sind
    ein Dankeschön an den Cavaliere
    gezeichnet, dein Papst Soundso
    den Firmenslogan immer im Auge behalten
    denkt der Papst
    keinen Fauxpas gegenüber dem Cavaliere
    ansonsten unweigerlich der Rücktritt
    beim Anblick der pompa per erezione evoluzione III
    fallen schon mal sämtliche Karninchendamen 
    innerhalb und außerhalb der Gehege
    prophylaktisch in Ohnmacht
    evoluzione III
    sagt Bernhard ehrfurchtsvoll
    evoluzione III unweigerlich

    Bernhard entleert einen Staubsaugerbeutel auf dem Küchentisch und untersucht den Inhalt akribisch

    Der Vatikan und Hollywood
    sagt Herr Ösi
    Hollywood und der Vatikan
    haben mehr Gemeinsamkeiten
    als wir für möglich halten
    bittet der Papst zur Audienz
    versammelt er Millionen von Kleintierzüchtern
    der Megaevent unter freiem Himmel
    da müssen sie in Hollywood
    schon einen Blockbuster ins Rennen schicken
    um Box Office mäßig
    auch nur annähernd
    an die päpstlichen Besucherzahlen ran zukommen
    spricht die Filmindustrie
    vom erfolgreichsten Film des Jahres
    vom erfolgreichsten Film des Jahrzehnts
    lässt sich der Papst nicht lumpen
    das klerikale Imperium schlägt unverzüglich zurück
    und zitiert die Sünder millionenfach zum Rapport
    der Kleintierzüchter
    sagt der Papst
    der klassischste und hartnäckigste aller Sünder
    braucht ab und zu
    die mahnenden Worte des Vatikans
    geht das Treiben in den Gehegen
    in unkontrolliertes Gerammel über
    vermehren sich die Katholiken wie die Karnickel
    lässt sich der Kleintierzüchter
    zur Liederlichkeit verleiten
    auf dass die Kaninchen das Kommando übernehmen
    tritt unweigerlich der Papst auf den Plan
    er ruft den Kleintierzüchter zur Raison
    und wenn es sein muss
    mit einer ordentlichen Watschn
    ja sie muss relativ häufig appliziert werden
    die ordentliche oder saftige Watschn
    den Kleintierzüchter dürstet im Unterbewussten
    nach der starken Hand
    die saftige Watschn
    weiß der Papst
    hat noch keinem geschadet
    am wenigsten dem Kleintierzüchter
    solang sie würdevoll ausgeführt wird
    und der Kopf noch dranbleibt
    die saftige Watschn
    ist das einzig probate Mittel
    wenn die klerikale Standpauke ins Leere läuft
    der Kleintierzüchter
    zitiert Herr Ösi den Pontifex
    bettelt in regelmäßigen Abständen
    um eine oder mehrere saftige Watschn
    wenn der päpstlich verbale Anschiss 
    wirkungslos verhallt
    weil ihn der Kleintierzüchter ignoriert
    weil der Kleintierzüchter 
    mit seinen Kaninchen um die Wette rammelt
    setzt man im Hause des Herrn
    bevor alle Stricke reißen
    bevor der teilrenovierte Petersdom
    in sich zusammen stürzt
    auf das vatikanische Hausrezept
    sprich auf die saftige Watschn
    Fifty Shades of Grey
    sagt Bernhard
    Bingo
    sagt Herr Ösi
    die saftige Watschn geht immer
    lieber ein bisschen viel zu viel an Gewalt
    als ein bisschen viel zu viel an Erotik
    Gewalt ja
    Erotik nein
    wieder eine 100 prozentige Übereinstimmung
    zwischen dem Vatikan und Hollywood
    hier wie dort setzt man seit jeher
    lieber auf Gewalt als auf Erotik
    Hollywood versteht mit Erotik nicht umzugehen
    dem Papst geht es diesbezüglich nicht besser
    so Herr Ösi
    eher unbeholfen ist er, der Noch-Nicht-Papst
    damals in jungen Jahren
    Frauen gegenübergetreten
    hat sich als Kleintierzüchter versucht
    erfolglos
    hat ein bisschen da und dort herum probiert
    unbefriedigend
    dann die Kirche, die Theologie, der Vatikan
    das war es
    die Kaninchen bloß von der theoretischen Seite
    hat sich in mühevoller Kleinarbeit
    abseits der freien Wildbahn
    abseits voll automatisierter Gehege
    zum Vorstandsvorsitzenden hinaufgearbeitet
    hat den heiligen Stuhl erklommen
    wie ein Messner den Nanga Parbat
    ist ohne Zuhilfenahme des Sauerstoffgeräts
    auf den heiligen Stuhl hinauf gekraxelt
    als Papst
    sagt Herr Ösi
    brauchst du die Beharrlichkeit und die Ausdauer
    von einem Extrembergsteiger
    willst du die Regeln und die Vorschriften
    der Katholischen Kirche
    dem gemeinen Kleintierzüchter vermitteln
    willst du ihm den vatikanischen Willen aufzwingen
    brauchst du die vollkommene Rücksichtslosigkeit
    du musst den Kleintierzüchter brechen
    koste es was es wolle
    die Regeln und Vorschriften
    der Katholischen Kirche
    laufen der menschlichen Natur unweigerlich zuwider
    unweigerlich
    wiederholt Bernhard
    die päpstlichen Vorgaben
    sagt Herr Ösi
    haben für den denkenden Menschen
    nichts mit der Wirklichkeit zu tun
    sind weltfremd abgehoben
    und allenfalls für Heilige geeignet
    oder solche die es werden wollen
    die meisten Theorien der Katholischen Kirche
    sind auf den Menschen nicht anwendbar
    sie machen ihn unweigerlich kaputt
    sein Leben zur Hölle
    oder beides
    deshalb brauchst du als Pontifex
    so Herr Ösi
    die Rücksichtslosigkeit
    die absolute Rücksichtslosigkeit
    dem Kleintierzüchter gegenüber
    sonst kannst du deinen Job vergessen
    früher hat man die Querdenker
    die Vatikankritiker 
    die eigenständig Denkenden
    dem Scheiterhaufen übergeben
    heute ist das Verbrennen Fehlgeleiteter
    auf dem Scheiterhaufen
    dank globaler CO2 Phobie
    sogar in kirchlichen Kreisen
    weitgehend verpönt
    die vollkommene Rücksichtslosigkeit
    der menschlichen Natur gegenüber
    heute wo wir meinen
    zivilisiert zu sein
    hat der Scheiterhaufen
    der saftigen Watschn Platz gemacht
    die saftige Watschn
    links rechts links rechts
    brennt dem Kleintierzüchter
    brennt der gesamten Menschheit
    wie Feuer auf der Wange
    die Bereitschaft zur Gewalt
    vereint den Vatikan und Hollywood
    würde man die Geschäftsbereiche
    der beiden multinationalen Konzerne fusionieren
    entstünde daraus ein Konstrukt
    welches unweigerlich
    den Namen Vatiwood oder Hollykan tragen müsste
    unweigerlich
    sagt Bernhard
    unweigerlich

    Bernhard ist in seinem Müllhaufen fündig geworden. Er entnimmt ihm eine teleskopartig zusammengefaltete Peitsche, fährt sie aus und lässt sie drohend durch die Luft sausen.

  • Falscher Fuchziger

    Nicht erst seit der aktuellen Griechenland-Krise, die ja beileibe nicht die letzte ist, stellt sich für besorgte EU Bürger die bange Frage:

    Was wird aus meinem Geld? Was wird aus unserem Euro? 
    Die Bedenken sind berechtigt.

    Herr Ösi will und kann nicht warten, bis der Euro vollständig kippt und die Währung total wertlos geworden ist. Deshalb hat er Nägel mit Köpfen geschaffen und seine eigene Währung kreiert ... den ÖSI.

    Das neue Geld ist so konzipiert, dass es EU weit in wenigen Tagen eingesetzt und den ungeliebten EURO ablösen und ersetzten kann. Die überfällige Währungsreform kann also unverzüglich beginnen.

    Stilistisch ähnelt der ÖSI dem EURO, die Änderungen wurden behutsam durchgeführt, was für Millionen von EU Bürgern den Vorteil hat, sich nicht wieder auf ein gänzlich unbekanntes Zahlungsmittel einstellen zu müssen. Ein gewisser Wiedererkennungseffekt stellt sich sofort ein und - besonders wichtig - die neuen ÖSI Scheine werden von allen Bankomaten und ähnlichen Apparaturen erkannt und akzeptiert.

    Beachte: Die Rückseite der ÖSI Scheine wird aus Kostengründen vorerst nicht bedruckt und kann somit als Einkaufszettel, als Spickzettel für Schüler, als Ort für wichtige Notizen, zum Aufschreiben von Passwörtern oder für zwanglose Kritzeleien verwendet werden.

    Den Zentralbanken der einzelnen EU Länder wird, selbstverständlich und nur in Absprache mit Herrn Ösi und noch selbstverständlicher gegen Zahlung einer Gebühr, gestattet, eigene ÖSI zu emittieren, sofern wesentliche Designmuster, auf die nicht näher eingegangen werden muss, respektiert und nicht verletzt werden. Interessierte Zentralbankster der einzelnen Notenbanken werden gebeten, sich bezüglich der Lizenzvergabe diskret an den oesiblog, Chiffre "Wir wollen den neuen ÖSI", zu wenden.

    50 Ösi Schein

    Die Vorteile der Währungsreform:

    Der Umrechnungsfaktor von EURO zu ÖSI ist 1.
    Ein EURO ist gleich ein ÖSI. 50 EURO sind demnach 50 ÖSI.

    Da lacht das Herz eines jeden überzeugten Europäers. So einen Umrechnungsfaktor hätten wir uns schon bei der Einführung des EURO gewünscht. Keine mühselige Rechnerei. Taschenrechner ade! Er landet dort, wo er hingehört: auf dem Müllhaufen der Geschichte.

    Der ÖSI ist wertstabil. Die Wirtschaftskraft eines Landes ist beim ÖSI von nachrangiger Bedeutung, oder genau gesagt, ohne jegliche Bedeutung. Griechenland stellt somit keine Gefahr für den ÖSI dar, im Gegenteil, die Hellenen bereichern ihn, egal, was immer sie in nächster Zeit vorhaben oder auch nicht. Selbst ein Land wie Burundi erwägt, den gewohnten Franc aufzugeben und dem ÖSI beizutreten.

    Der ÖSI befreit Europa, all seine Menschen und den Rest der Welt von der Diktatur des Geldes!

    Die große ÖSI-Umtauschaktion:

    Treuen Leserinnen und Lesern bietet der oesiblog jetzt den Umtausch von wertlosen EURO in stabile ÖSI, im Verhältnis 1 zu 2.
    Das bedeutet: Für 50 EURO gibt es aktuell 100 ÖSI.
    Die super Umtauschaktion nur so lange der Vorrat reicht.

    Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie auf keinen Fall Ihren Bankster oder Apotheker.

  • PDGÖDA

    Herr Ösi traute Augen und Ohren nicht. Auf dem Nürnberger Hauptmarkt wurde er kürzlich Zeuge einer Demonstration. 

    Aufgerufen zur Kundgebung hatte die neue Gruppierung PDGÖDA, sprich: Pedegöda, also "Patriotische Deutsche gegen die Ösifizierung des Abendlandes". Ihm stockte der Atem.

    Mit Trillerpfeifen, Spruchbändern und Lautsprechern ausgerüstet, ging es den Demonstranten um die "sogenannte" und von Mutti stets propagierte Westliche Wertegesellschaft, allem voran aber um die Deutsche Favoritenrolle in Europa, die, so war es den Parolen zu entnehmen, vom südöstlichen Nachbarn - warum auch immer - zunehmend in Frage gestellt wird.

    Blödsinn, dachte Herr Ösi, wer kann und vor allem wer will sich denn schon mit den mächtigen Deutschen mästen messen? Ösiland bestimmt nicht.

    Er behielt seine Gedanken für sich und vermied es, mit den Umstehenden ins Gespräch zu kommen. Klar, er hätte nur unnötig seine Herkunft verraten.

    Die mittelgroße Kundgebung, bestehend aus 3 1/2 Demonstranten, wurde zunehmend selbstbewusster, aber glücklicherweise von einem Aufgebot der Polizei auf Schritt und Tritt überwacht.

    Wie kommt es, dachte Herr Ösi, dass eine sooo große und mächtige Nation wie die der Deutschen um ihre Vormachtstellung bangt und sich von einem sooo kleinen Land, welches gerade mal 1 Zehntel der Einwohner besitzt, bedroht und herausgefordert fühlt?

    Sind es etwa die alpenländischen Rituale, die dem Deutschen seine Identität rauben und ihn in seinem Brauchtum einschränken?

    Er dachte nach. Nun ja, vielleicht war die Angst vor den übermächtigen Alpenländern nicht ganz unbegründet.

    Begeben wir uns zum Beispiel ins Reich der Musik, müssen wir erkennen, dass der Ösiländer bis zum heutigen Tag die Welt musikalisch dominiert. Dabei spannen wir den Bogen von Mozart über Bruckner, Czerny, Gulda, Haydn, Lehar, Liszt, Schönberg, Schubert, diverse Sträuße bis hin zu Ziehrer, um nur die Bekanntesten ihres Fachs zu nennen.

    Die Aufzählung der zeitgenössischen Musiker ersparen wir uns an dieser Stelle und verweisen aufs Digital- bzw. Internetradio. Unbedingt nennen müssen wir den kürzlich verstorbenen Nationalökonomen Udo Jürgens. Hätte man seine Liedertexte richtig interpretiert, der Wein wäre heute Griechenlands Exportschlager Nummer 1 und das marode Land längst saniert. Wie sehr Ösiland den globalen Musikmarkt aufmischt beweist nicht zuletzt Conchita W., die/der den bis dato bestehenden Unterschied zwischen Männlein und Weibchen komplett auflöst.

    In Deutschland hingegen gab es die 3 großen B's, also Bach, Brahms und Beethoven, wobei die beiden letztgenannten ihre letzten Lebensjahre - warum auch immer - in Wien verbrachten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Bezüglich zeitgenössischer Musiker sieht es eher düster aus. Als da hätten wir D. Bohlen, ein eher abgehalfterter Musiker, der im Hauptjob als pöbelnder Juror auftritt und eigentlich längst aufs Altenteil hinüber geschoben gehört. Dann gibt es Helge Schneider, der einst mit dem Lied Katzenklo die deutschen Charts stürmte. Und dann hätten wir ... dann hätten wir noch den mittelmäßigen Sänger und Songwriter D. Bohlen. Okay, den hatten wir schon, aber aus Ermangelung an geeigneten Alternativen muss er ausnahmsweise doppelt genannt werden.

    Das bedeutet 1:0 für Ösiland.

    Nun muss man ehrlicherweise anerkennen, dass das Leben leider nicht nur aus Musik und Schirennen (wir gehen nicht näher darauf ein) besteht, sondern dass es auch noch andere Disziplinen gibt (auf die wir ebenfalls nicht näher eingehen), in denen Deutschland sich einigermaßen gut bewährt, punkten und seinen Rückstand verkürzen kann und letztendlich ein glückliches aber verdientes Unentschieden erreicht.

    Die Angst vor einem übermächtigen Ösiland ist somit unbegründet.

    Inzwischen hatten die Protestler mehrere Schier der Marken Atomic, Blizzard, Head und Fischer pyramidenförmig aufgestellt, sie mit hochprozentigem Stroh Rum übergossen und in Brand gesteckt. Weißer, alkoholgeschwängerter Rauch stieg hoch über den Hauptmarkt. Ein Faß mit Jagatee wurde demonstrativ auf den mittelalterlichen Pflastersteinen entleert, feinste Mozartkugeln zertrampelt und Straußens Walzer An der schönen blauen Donau als Rap-Song interpretiert.

    Die Bayrischen Polizisten schauten dem schändlichen Treiben teilnahmslos zu. Es war entsetzlich. Herrn Ösi schwillte der Kamm. War denn niemand bereit, hier ordnend einzugreifen? Wütend bahnte er sich einen Weg durch die Gaffer und war bereit, sich den 1/2 von den 3 1/2 Demonstranten vorzuknöpfen. 

     

    Da läutete der und Herr Ösi erwachte aus seinem Alptraum.

  • ÖSI HEBDO zeigt Charlie Karikatur

    ÖSI HEBDO, das ultimative Magazin für den schlechten Geschmack, zeigt in der neuesten Ausgabe eine Charlie Karikatur.

    Der Chefredakteur beruft sich, wie er es seit Jahren tut, auf das Recht der freien Meinungsäußerung.

    Leider ist unser Karikaturist vor Vollendung des Werkes mit samt seinen Zeichnungen abgehauen. Wohl weil er, wie gemunkelt wird, das schießwütige französische Einsatzkommando fürchtet. Ein typischer Fall von Muffensausen.

    Zur besseren Illustration haben wir für unsere Leserschaft die betreffende Szene mit einfachen Bordmitteln nachgestellt.

    Die aktuelle Ausgabe von ÖSI HEBDO wird mit einer Auflage von 50 Millionen Stück an arabische und andere - nicht genannt werden wollende - Staaten ausgeliefert ...

     

          

    In der Charlie Hebdo Redaktion hat man die Lösung für den seit Jahren anhaltenden Kreativitäts-Stau gefunden. Nämlich weitermachen wie bisher.
    Nur auf diese Art wird man das untalentierte Personal aus Karikaturisten und Schreiberlingen los.

    Plus con que nous, n'est pas possible.

  • Lyrik Vertonung

    Was ist Literatur, was ist Lyrik, was ist ein Poem ... ohne die entsprechend angemessene Vertonung?

    Es ist wie eine Wagner Oper ohne Musik (wäre besser), ein Film ohne Bilder (ist schlechter), eine Welt ohne Idioten (wäre ideal). Es ist unglaubwürdig weil undenkbar.

    Aus diesem Grund reicht Herr Ösi die zeitgemäße Vertonung seines Poems aus der letzten Lyrikstunde unverzüglich nach.

    Dadurch erhalten auch SchwänzeRinnen (ein Merci an die Reformer: die neue gender-artgerechte Rechtschreibverordnung sorgt immer wieder für ungeahnt sprachliche Höhepunkte) haben hier die Möglichkeit, das Poem leserisch nachzuvollziehen und, wenn es sein muss, phonetisch mitzusprechen.

    Mein ausdrücklicher Dank geht an die Damen und Herren des Google Symphonic Translation Orchestra, kurz GSTO, unter der Leitung von Prof. Dr. Ösi am Misch- bzw. Dirigentenpult.

    Erwähnenswert ist die Tatsache, dass alle vortragenden Künstler, egal welcher Muttersprache sie angehören, das Poem in deutscher Sprache wiedergeben, beziehungsweise versuchen, sich im Deutschen zu versuchen ...

    Dame Nummer 1, eine redegewandte Solistin aus dem hohen Norden, schätze ungefähr Ecke Hamburg, Bremen oder Buxtehude, hat ob ihrer Einzigartigkeit bezüglich theatralischer Ausdrucksweise sowie das punktgenaue Treffen der jeweilig vorgeschriebenen Kadenz (ein erfahrener Wiener Burgtheaterschauspieler könnt's nicht besser) das Recht oder die Bürde, besagtes Poem in seiner gesamten Länge zu rezitieren. Anfangs vielleicht einen Tick verunsichert, findet sie mit Eleganz und Bravour in die ihr zugedachte Rolle.

    Dame Nummer 2, die selbstbewusste Angel Sexin, zeigt von Beginn an, wo der Hammer hängt. Hätte man ihr - so wie den nachfolgenden Herrschaften - nicht nach ein paar Strophen die Stimme entzogen, sie hätten das Poem bis zum bitteren Ende zu Ende rezitiert.

    Dame Nummer 3, die Französin, lässt erahnen, warum ihre Sprache nach wie vor die Sprache der Diplomatie, der Kaiser und der Könige ist. Und das wird wohl für die nächsten tausend Jahre so bleiben. 

    Nummer 4, der Herr aus Bosnien, scheint eher zufällig und ungewollt in die erhabene Darbietung hinein gestolpert zu sein. Er sollte sein Talent besser synthetischen Roboterstimmen zur Verfügung stellen. Kopf hoch, das wird schon noch ...

    Nummer 5, die Niederländerin. Mütterlich wie sie wirkt, stellt man sie sich am besten vor, wie sie im Wohnwagen, Stau verursachend und auf deutschen Autobahnen geradeaus Richtung Süden segelnd, für ihre Familie lecke Kaasbrote in klebriger Mayonnaise-Ketchup-Curry-Sauce zubereitet und ihren Liebsten dabei ein Ständchen trällert.

    Last but not least, Nummer 6, die Japanerin, schießt den sprichwörtlichen Vogel ab und gleichzeitig streben wir mit ihr dem großen Finale entgegen. 

    Jetzt viel Spass mit dem Google Symphonic Translation Orchestra. Und wohl bekömm's ...

  • Lyrikstunde

    In unserer heutigen Lyrikstunde verlassen wir die muffige Stadt und gehen hinaus aufs luftige Land. Die letzte Ampel, gerade aus, dann rechts ab, den Hügel hinan und so weiter. Die Politik und das hektische Weltgeschehen lassen wir in den Fernsehgeräten und Rundfunkapparaten zurück. Et non, je ne suis pas Charlie, je suis Ösi.

    Hier, wo Fux und Henne sich gute Nacht sagen, ist die Welt noch in Ordnung, glauben wir zumindest oder auch nicht.

    Peter Rosegger, Karl Heinrich Waggerl und Werner Schwab, die großen alpenländischen Heimatdichter, schauen von ihrer Wolke herunter und geben den Landwirten gute Ratschläge, die freilich keiner hören will.
    Hans Moser, der alte Nuschler, trällert ein Wienerlied, ungefragt und obwohl er es nicht nötig hätte.

    Herr Ösi, überwältigt von so viel Natur und Prominenz auf einen Haufen, beginnt zu dichten ...

    Der Adel odelt
    der Dodel dodelt
    das Fadl rodelt

    Odelt der Adel
    rodelt das Fadl
    dodelt das Madl

    dann haut das Madel
    die große Nadel
    dem rosa Fadl
    seitlich ins Wadl

    sind es Hormone
    nicht um die Bohne
    sss' Christl Meth
    das Fadl schaut bled

    wir tun dir mästen
    weil nur die Besten
    Fadl auf Drogen
    in hohem Bogen

    das Fadl war Adel
    in frühen Zeiten
    heute der Adel
    er macht auf Fadl

    Syntetisch die Kuh
    gib endlich Ruh
    der Bauer braut Raps
    & trinkt aus den Schnaps

    er fahrt mit dem Trecker
    hinaus auf die Äcker
    schifft auf die Felder
    hierfür gibt's Gelder

    nicht effizient
    Agrareform verpennt
    in Saus & Braus
    das macht es aus

    im Stall die Kuh
    seufzt leise Muh
    und du ... du du
    dazu uhu 

    ständig will der Bauern-Knilch
    aus der Kuh heraus die Milch
    fliegen Fliegen im wilden Tanz
    um die Kuh und ihren Schwanz

    die Milch sie spritzt in hohem Bogen
    aus ihr heraus ganz ungelogen
    ist die Kuh erst links gedreht
    ist's für den Bauern schon zu spät

    Gut, die literarische Eleganz oben genannter Herrschaften wird in diesem Poem nicht ganz erreicht. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb hat es dem Herrn Marcel Reich-Ranicki, wie den unten stehenden Kommentaren zu entnehmen ist, besonders gut gefallen.

    Bundesdeutschen LeserInnen sei erklärt, dass ein Fadl ein Ferkel ist. Der Rest ergibt sich von selbst.

  • Frau Doktor

    Für deutsche Männer ist die berufliche Karriere nach wie vor am wichtigsten.

    Mit Ellenbogen und unfairen Tricks versuchen sie, die Chancengleichheit der Frauen mit allen Mitteln zu verhindern. Dagegen helfen weder Gesetze noch gutes Zureden. Die Gleichstellungsbeauftragte ist verzweifelt und mit ihrem Latein am Ende.

    Die ganze Frauenfeindlichkeit, der wir uns - nicht nur in beruflicher Hinsicht sondern auch im geistigen Gebaren - gegenüber sehen, wird nirgends so deutlich wie an deutschen Männerstammtischen.

    Da schwadronieren die Herren der Schöpfung über Frauen, die sie sich aus dem Katalog, heutzutage freilich aus dem Internet, bestellen und liefern lassen. Entfernungen spielen keine Rolle mehr. Containerweise lässt man sich Frauen zwecks Heirat oder auch nur zur unverbindlichen Probe aus Thailand, Brasilien und der Südsee kommen. Man fachsimpelt über Lieferzeiten, Körbchengröße und andere technische Details. Ukrainerinnen gehen in diesen Tagen besonders günstig über den Ladentisch.

    Schluss jetzt, mit der Frauenfeindlichkeit!, sagt Herr Ösi und stellt den Austrian young male academics marriage selection Catalog vor. Jetzt wird der Spieß umgedreht.

    - * -

    Die Schakkeline aus Buxtehude gehört zu den ersten Nutznieserinnen dieser Innovation. Seit Jahren arbeitet sie in einem Nagelstudio. Und diese ständige weil tägliche Naglerei hat sie nun satt. Bis oben hin. Und zwar endgültig.

    Eine Freundin hat ihr vom Austrian young male academics marriage selection Catalog erzählt. Hinter dem leicht sperrigen Titel verbirgt sich die wohl einzigartigste Aufstiegsmöglichkeit für die deutsche Frau von heute. Diskriminierung und Benachteiligung waren gestern.

    Die Schakkeline, dem Englischen nicht wirklich mächtig, hat sich den Titel sogleich ins Norddeutsche übersetzen lassen. Sie hatte schon ihre liebe Not, die Grundschule zu bestehen. Besonders beim Schreiben des eigenen Namens hat sie regelmäßig Probleme. Aber, wie sie uns glaubhaft versichert, kann sie ja nichts für den bescheuerten Namen, den man ihr ungefragt und elternseits aufgedrückt hat.

    Jetzt sucht sie aus dem Katalog einen männlichen Akademiker aus dem Ösiland zwecks Heirat. Um in den Genuß des Titels ihres künftigen Ehemanns zu kommen, ist es unabdingbar nach Ösiland umzuziehen, so die Katalogkonditionen. Nun, es gibt schlimmeres.

    Während viele deutsche Frauen jahrzehntelang für einen akademischen Titel büffeln und lernen, der dann sowieso Plagiats verdächtig ist und jederzeit aberkannt werden kann, bekommt diejenige Frau, die einen Ösi ehelicht, den Titel des Mannes praktisch als Draufgabe oben drauf gepackt.

    Vor dem Spiegel übt Schakkeline fleissig, um zu sehen, was zu ihren blonden Haaren am besten passt: Frau Doktor, Frau Diplominschinör, Frau Magister, Frau Professor oder gar Frau Hofrat? 

    Frau Hofrat wäre zwar originell, passt aber nicht zu ihrer Oberweite. Sie entscheidet sich für Frau Doktor, weil sie der Meinung ist, dass man ihr mit Frau Doktor beim Bäcker, im Kaffeehaus oder beim Shoppen den meisten Respekt entgegenbringt. Ausserdem hat sie im medizinischen Bereich ziemlich viel Erfahrung, egal ob es sich um das Auskurieren einer Erkältung handelt, um die Verarztung eines abgebissenen Fingernagels oder um den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft.

    Frau Doktor Schakkeline Bauer, ihr künftiger Name, klingt nicht nur hammergeil, ihre Kolleginnen werden platzen vor Eifersucht.

    Wenn der Aymams-C, wie der Öis-Heirats-Katalog unter Eingeweihtinnen mittlerweile heißt, sich erst mal flächendeckend herumgesprochen hat, wird Deutschland in kürzester Zeit zur deutschmädelfreien Zone. 

    - * -

    Die Win-Win-Situation

    Mit dem Austrian young male academics marriage selection Catalog gehen beide Seiten als Gewinner hervor. Die Schakkeline sowieso. Aber auch der frisch gebackene Akademiker, in unserem Fall der junger Doktor Bauer aus dem niederösterreichischen Oberstinkenbrunn, kann sich einen Traum erfüllen. Die gestressten und überlasteten männlichen Studenten wissen oft bis zur Abschlußprüfung nicht, dass es außer ihrem eigenen Geschlecht noch ein anderes, nämlich ein weibliches, gibt. 

    Zum Glück hat man ihn bei der Approbation auf das andere Geschlecht und auf den Austrian young male academics marriage selection Catalog hingewiesen und ihn zu besonders günstigen Konditionen in die Rubrik Doktoren aufgenommen.

    Mit dem deutschen Fräuleinwunder an seiner Seite, wird er künftig Oberstinkenbrunn und die umliegenden Käffer aufmischen und für Furore sorgen, während sich 99 Komma neun neun neun Prozent der restlichen männlichen Oberstinkenbrunner mit einheimischen Weibchen zufrieden geben müssen.

    Tja, die Oberstinkenbrunner werden platzen vor Eifersucht, denkt er, wenn seine hammergeile Schakkeline erst hier aufschlägt.

    Seine überaus reizende Neuerwerbung hat ihm versprochen, ihm anlässlich der Vermählung die Fingernägel zu maniküren. Was will er mehr?

    - * -

    Unsere clervere Schakkeline fragt derweil schon nach, ob sie ihren Doktortitel behalten darf, wenn sie sich eines nicht allzu fernen Tages eventuell von ihrem extrem übergewichtigen und mit unappetitlichen Pickeln übersäten Herrn Doktor scheiden lässt ...

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